Privatisierungen im Uni-Bereich – Ärger um Einschreibe-Software

© lightpoet - Fotolia.com

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Chaos an deutschen Hochschulen – das ist seit geraumer Zeit nichts neues. Spätestens seit der Einführung des Bachelor- und Mastersystems läuft es in den Sekretariaten nicht mehr rund. Und nun, in Zeiten der doppelten Abiturjahrgänge und des weggefallenen Zivildienstes könnten die Universitäten ein funktionierendes Administrationssystem mehr als gut gebrauchen. Daran fehlt es aber bislang. Die geplante zentrale Einschreibungssoftware krankt an allen Ecken und Ecken, deshalb will die Regierung nun die bislang staatliche Hochschulinformation GmbH privatisieren.

Die HIS, Erfinderin der Software mit dem sperrigen Namen ‘Dialogorientiertes Serviceverfahren’ konnte bisher nicht mit Erfolgen auf sich aufmerksam machen, sondern nur mit immer weiteren Verzögerungen. Die geplante Plattform ‘hochschulstart’ sollte eigentlich schon im letzten Herbst, also vor dem Beginn des Wintersemesters die Abwicklung der neuen Immatrikulationen vereinfachen. Gedacht war, dass sich die Erstsemestler über das Portal für ihren Wunschstudiengang anmelden können, ohne dass Plätze mehrfach belegt oder irrtümlich als bereits besetzt angezeigt werden. Genau solche Mehrfachnennungen waren nämlich in der Vergangenheit dafür verantwortlich, dass fast 20.000 Studienplätze trotz williger Bewerber frei blieben.

Auftraggeber für die Software ist die Stiftung für Hochschulzulassung, der Bund der Geldgeber, der 15 Millionen Euro springen ließ, Auftragnehmer die Firma T-Systems, ein Tocherunternehmen der Telekom. Dieses sieht seine Aufgabe als erfüllt an, die Software wurde schließlich entwickelt und existiert. Problem ist nur, dass die Mehrheit der Universitäten mit ihr nichts anfangen können, da das uni-interne System nicht kompatibel ist. Die HIS hat nun die Aufgabe, diese Probleme zu lösen, und das möglichst schnell. Es droht nämlich nicht die Privatisierung, sondern auch vielen tausend Erstsemestlern im kommenden Sommersemester keinen Studienplatz zugeteilt zu bekommen.

 

 

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